„Diese Romane sind zeitlos“ | Autor Alfred Wallon über die Rückkehr zur „Red Rock Ranch“

In diesem Frühjahr lässt der BLITZ-Verlag die beliebte Westernserie „Red Rock Ranch“ aus den frühen 1970er Jahren wiederauferstehen. Alfred Wallon schrieb den ersten Roman der neuen Reihe mit dem Titel „Hogans blutige Fährte“. Im Interview verriet er uns, was das Konzept der Serie auch nach 50 Jahren unvermindert spannend und faszinierend für den Leser macht.

BLITZ: In Ihrem Nachwort zu „Hogans blutige Fährte“ schreiben Sie, dass „Red Rock Ranch“ eine besondere Serie war, die es verdient hat, wieder neu entdeckt zu werden. Was macht für Sie den Reiz der Serie aus?

Alfred Wallon | Hogans blutige Fährte | Titelbild: Rudolf Sieber-Lonati

Wallon: Der Reiz der Serie sind die Handlungsschauplätze. Arizona, Tucson, die Nähe der mexikanischen Grenze sowie Konflikte mit verschiedenen Apachenstämmen bilden ein solides Gerüst für eine vielfältige Handlung mit ganz unterschiedlichen Charakteren, die für Spannung und Abenteuer sorgen. Die Idee zur Red Rock Ranch-Serie basiert sicherlich auf dem Erfolg der TV-Serie HIGH CHAPARRAL, die ebenfalls zu dieser Zeit im Fernsehen lief (Dienstagabend um 21.00 Uhr im ZDF). Werner Dietsch, Chefredakteur des Marken Verlages, hatte damals wohl die Idee, eine Serie mit einem ähnlichen Konzept in Romanform umzusetzen, und ich finde, das ist ihm sehr gelungen. Für einen Westernautor ist das – wenn man so will – eine grandiose Möglichkeit, dieses Konzept zu nutzen und daraus spannende Romane zu machen.

BLITZ: Was ist Ihnen von Ihrer Lektüre der „Red Rock Ranch“ aus den frühen 1970ern besonders in Erinnerung geblieben?

Wallon: Ich habe die Serie aus den frühen 70er-Jahren komplett gelesen und war damals begeistert. Als Fan der TV-Serie HIGH CHAPARRAL hatte ich natürlich gewisse Bilder vor Augen, und beim Lesen der Romane haben sich diese Erwartungen mehr als erfüllt. Ich habe alle Personen noch in sehr guter Erinnerung. Es liegt aber sicher auch daran, dass damals gute Autoren diese Romane geschrieben haben. Mein Kollege Dietmar Kuegler hat in dieser Serie seine ersten Western-Romane geschrieben, und man merkt beim Lesen, dass er ebenso begeistert von dieser Idee war. Diese Romane sind zeitlos, deshalb bin ich froh darüber, dass sie in der BLITZ-Serie wieder veröffentlicht werden.

Hinzu kommt noch, dass die Serie absolut nostalgisch gestaltet ist, was die Titelcover angeht. Dieses markante Rot und Gelb, der Schriftzug mit dem Stierschädel – all das sorgte damals dafür, dass die Serie optisch auffiel. Der Verleger Jörg Kaegelmann, der ebenfalls die Serie von früher kennt, wollte diese nostalgische Gestaltung unbedingt umsetzen. Und dieses Gefühl stellt sich bei mir auch beim Schreiben ein, in der Form, dass ich jetzt Romane zu einer Serie beitragen darf, die schon damals für mich sehr spannend war.

BLITZ: Fiel es Ihnen leicht, neue Romane für eine Serie zu schreiben, die Sie als junger Leser selbst verfolgt haben?

Wallon: Es war ganz leicht, denn Red Rock Ranch war eine meiner Lieblingsserien. Da wusste ich noch vieles von früher und musste nicht mehr so viel recherchieren. Arizona und Tucson sind mir als Schauplätze natürlich längst aus früheren Romanen vertraut, und diese Regionen sind schon seit geraumer Zeit favorisierte Orte für mich als Westernautor.

BLITZ: Was war Ihnen besonders wichtig beim Verfassen des ersten Romans für den Neustart beim BLITZ-Verlag?

Wallon: Der erste Roman soll immer die Weichen für die Folgebände stellen, heißt es. Also war es wichtig, alle wichtigen Handlungsträger der Serie im Roman so zu präsentieren, dass die Leser ein Bild vor Augen haben und sich vorstellen können, was zukünftig in den Romanen geschehen wird. Ich habe aber auch geplant, zusätzliche neue Figuren in die Serie mit einzubauen. Eine dieser Figuren ist der Mexikaner Manolo Sandoval, der Sohn des Hazienderos Don Francisco Sandoval, der öfters mal Gastauftritte in der Red Rock Ranch-Serie haben wird (in Band 3 ist er auch wieder mit dabei).

Der Schauspieler Henry Darrow verkörperte in der Serie HIGH CHAPARRAL die Figur des Manolito Montoya. Ihn hatte ich vor Augen, und ich finde, man muss diesem mittlerweile verstorbenen Schauspieler ein literarisches Denkmal setzen. Er hat mich als Jugendlicher begeistert, und diese Eindrücke habe ich nie vergessen. Zudem habe ich alle Folgen von HIGH CHAPARRAL in meinem DVD-Archiv und kann somit diese nostalgischen Erinnerungen jederzeit wiederholen. Deshalb wollte ich ihn in die Serie mit einbauen.

BLITZ: Für den Herbst ist bereits ein weiterer Roman aus Ihrer Feder in Planung. Worauf darf der Leser sich im Hinblick auf die Zukunft der Serie freuen?

Alfred Wallon | Für Carmen durch die Hölle | Titelbild: Rudolf Sieber-Lonati

Wallon: Mein nächster Roman heißt „Für Carmen durch die Hölle“. Im Mittelpunkt der Handlung stehen diesmal Billy Taylor, der Sohn des Red Rock Ranchers Big John Taylor, der zusammen mit dem Vormann Lee Bronson in Mexiko in große Gefahr gerät. Wie die ganze Sache ausgeht, wird der Leser im Herbst erfahren. Ich freue mich natürlich auch schon darauf, weitere Bände in dieser Serie zu schreiben. Sie bietet so viele Möglichkeiten und Nebenschauplätze, die es wert sind, dass man darüber schreibt. Man kann also gespannt sein. Ideen habe ich jedenfalls noch so einige.

„Hogans blutige Fährte“ ist im BLITZ-Shop bestellbar, „Für Carmen durch die Hölle“ vorbestellbar.