„Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit“, ein Interview mit Verleger Werner Fuchs und Autor Konrad Gladius

Unter dem Titel Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit erscheint in diesen Tagen zum ersten Mal ein Roman zum beliebten Rollenspiel Das Schwarze Auge beim BLITZ-/Fanpro-Imprint Rocket Books. Zu diesem besonderen Anlass sprach der Fanpro-Verleger Werner Fuchs mit dem Autor der Neuerscheinung Konrad Gladius.

Fuchs: „Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit“ hat ein wirklich auffälliges Cover. Es ist sehr detailreich. Was sehen wir denn da?

Gladius: Oh, es zeigt die Feierlichkeiten zur Krönung von Königin Amene III. im Jahre 996 BF (Zeitrechnung von „Das Schwarze Auge“). Zu erkennen ist das an der Kampfszene im Vordergrund. Es sind hiervon nur wenige Bilder erhalten geblieben. Grund ist, dass ein Hochadliger alles dafür getan hat dieses Detail aus den Chroniken der Krönung herauszuhalten.

Fuchs: Na, das erkläre mal.

Gladius: Wir sehen hier im vorderen Bereich den jungen Kampfmeister Dajin, der seinen neuentwickelten Kampfstil, das Da’Jin’Zat, der Königin vorführt. Der weitere Verlauf führte schließlich dazu, dass jener Adlige alles dafür tat, diese historische Episode zu unterdrücken.

Fuchs: Und warum brennt das Schwert?

Gladius: Der Kampfmeister Dajin kam während der Zeit des Tuzak-Aufstands von Maraskan über das Mittelreich ins Liebliche Feld und entwickelte seine Kampfkunst, um den Mörder seines Großvaters zu jagen. Dabei soll es sich um einen Magier gehandelt haben, der mit einem flammenden Schwert kämpfte. Offenbar trainierte er intensiv, um genau gegen diesen Gegner zu bestehen. So vermutet man zumindest, denn Genaueres könnte uns nur Dajin selbst erzählen.

Fuchs: Das hat er ja auch getan. In Deinem ersten DSA-Roman. Was für Waffen führt er da eigentlich?

Gladius: Das sind maraskanische Zwillingsmesser. Eine Waffenart, die bisher noch nicht in der DSA-Welt beschrieben wurde. Irdisches Vorbild sind die aus China stammenden Doppelmesser, die in einigen Kampfkünsten genutzt werden.

Fuchs: Wenn ich mich recht erinnere, beanspruchst Du den Rekord für den DSA-Roman mit der längsten Entstehungszeit. Wie lange war die nochmal?

Gladius: Wenn man von den ersten Kapiteln ausgeht, so sind es fast 20 Jahre gewesen.

Fuchs: Das erzähle mal genauer.

Gladius: Nun, im Herbst 1998 habe ich meiner damaligen Freundin „Das Schwarze Auge“ nahebringen wollen. Gleichzeitig sollte sie auch etwas über meine andere Leidenschaft, die Kampfkunst, erfahren. Also habe ich begonnen ihr handschriftlich in kurzen Episoden die Geschichte des Bauernburschen zu erzählen, der auszieht, um den Mörder seines Großvaters zu finden. Dabei entstanden Kapitel I und II und der Großteil von Kapitel III des jetzigen Romans. Im Sommer 1999 haben wir dann schließlich angefangen zusammen DSA zu spielen und die Geschichte blieb liegen. Irgendwann hat sie diese Kapitel sogar abgetippt und mir gesagt, ich solle doch weiterschreiben, aber das habe ich lange nicht gemacht.

Fuchs: Wie lange?

Gladius: Bis zum Frühjahr 2017.

Fuchs: Und was hat Dich umgestimmt?

Gladius: Aus der Freundin von damals wurde die Verlobte, dann die Ehefrau und schließlich die Mutter meiner Kinder. Zu Weihnachten 2016 habe ich ihr versprochen die Geschichte endlich fertig zu erzählen. Im August 2017 hielt sie das Manuskript in Händen und sie war eine wirklich hilfreiche Erstleserin. Dank Dir, lieber Werner, dürfen nun auch andere dieses Werk erleben.

Fuchs: In unserer Bestseller-Reihe „Rocket Books“ ist „Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit“ auch gut aufgehoben.

Gladius: Danke für Dein Vertrauen.

Fuchs: Dein Roman ist eine Zeitreise in die Aventurische Vergangenheit. Das gab es ja schon einige Male. Es ist auch eine klassische Heldenreise im literarischen Sinn. Das gibt es bei DSA nicht ganz so häufig. Was ist aber jetzt das Besondere an „Da’Jin’Zat“?

Gladius: Bei der Geschichte habe ich als begeisterter Kampfkünstler es so ähnlich gemacht wie Tolkien mit dem Elbisch. Er hatte sich ja die Sprache überlegt und danach die Wesen, die sie sprechen. Hier habe ich den Kampfstil entwickelt und dann die Geschichte geschrieben, wie und warum er geschaffen wurde. Dafür reist Dajin durch das halbe Aventurien der frühen Regierungsjahre Kaiser Hals und hat viele spannende Begegnungen.

Fuchs: Das passt ja zur Neuauflage der 1. DSA-Edition! Bietet diese Zeitreise in die Anfänge von „Das Schwarze Auge“ auch etwas für langjährige Fans?

Gladius: Absolut! Es gibt zum Beispiel ein Wiedersehen mit den maraskanischen Blutzwillingen und auch den Ort eines legendären DSA-Abenteuers darf der versierte Lesen erneut besuchen.

Fuchs: Du hast ja selbst langjährige Erfahrungen in der Kampfkunst. Wie kamst Du aber auf die Verbindung zu DSA?

Gladius: Lustigerweise hat für mich DSA und Kampfkunst quasi schon immer zusammengehört. Nicht nur, dass man gerne verstehen möchte, wie die Helden in Aventurien den Schurken eine überziehen. Bei mir war es so, dass der Freund, der mir DSA nahebrachte, mich auch zu meiner ersten Trainingsstunde mitgenommen hat.

Fuchs: Was ist Dein Anspruch, wenn Du einen Roman schreibst?

Gladius: Abgesehen davon, dass er den Lesern gefallen muss, geht es mir darum Auseinandersetzungen nachvollziehbar zu machen. Ich möchte nicht nur den Grund für einen Kampf oder die Emotionen der Kämpfer beschreiben. Alle relevanten Kämpfe im Roman sind choreografiert und können entsprechend nachvollzogen werden. Da steckt ein Vierteljahrhundert Erfahrung im bewaffneten und waffenlosen Nahkampf zur Selbstverteidigung drin.

Fuchs: Der Untertitel lautet: „Kampfkunst der Achtsamkeit“. Wie bist Du darauf gekommen?

Gladius: In einem Fernsehbeitrag von 2015 hat der WingTsun-Großmeister Professor Kernspecht gesagt, man könnte das WingTsun so bezeichnen. Die Idee einer auf Achtsamkeit beruhenden Kampfkunst fand ich dermaßen gut, dass ich sie als Basis für das Da’Jin’Zat genommen habe. Erst als das Manuskript fertig war, habe ich die Formulierung einmal im Internet recherchiert. Es gibt tatsächlich einen anderen Kampfstil, der unter diesem Titel zu finden ist. Er stand jedoch nicht Pate für das aventurische Da’Jin’Zat. Ähnlichkeiten wären rein zufällig.

DSA1-Cover
Konrad Gladius | Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit | Ein Roman in der Welt von „Das Schwarze Auge“ | ISBN 978-3-946502-56-2 | Cover: Regina Kallasch

Fuchs: Romane von und für Kampfkünstler gibt es auf den deutschen Markt nur sehr wenige. Meinst Du der Roman ist auch für Leser interessant, die kein DSA spielen?

Gladius: Unbedingt! Wer grundsätzlich gerne Fantasy ließt, der wird sich gut unterhalten fühlen. Auch denke ich, dass die Erlebnisse des Helden bei der Entwicklung seines Kampfstils für viele Kampfkünstler interessant zu lesen sind. An einigen Stellen gibt es theoretische Ausführungen, die in ihrer ganzen Tiefe sicher nur diejenigen verstehen können, die selbst über ausreichende Erfahrung in der Kampfkunst verfügen. Wobei ich mir viel Mühe gegeben habe, auch diese Passagen für Laien ohne Kampfkunsterfahrung unterhaltsam zu gestalten.

Da’Jin’Zat – Die Kampfkunst der Achtsamkeit erscheint in diesen Tagen und kann zum Beispiel direkt beim BLITZ-Verlag bestellt werden.

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